Scholien

Die Marktfeindlichkeit von Künstlern

10. Oktober 2015

Künstler zählen oft zu den stärksten Kritikern der Marktwirtschaft. Diese Ablehnung des Marktes ist nicht alleine ein Charakterfehler, liegt nicht nur an totalitären Kontrollphantasien, sondern hat einen guten Grund, den es einmal zu würdigen gilt. Doch die Ablehnung scheint immer weiter zuzunehmen und gerade auch besonders talentierte Künstler mit hohem Qualitätsanspruch zu erfassen, die den Kommerz als scharfen Widerspruch zur Kultur empfinden. Während die ...

Hochkonjunktur der Dummheit

6. Oktober 2015

Ein typischer Indikator einer Blasenwirtschaft ist die wachsende Verachtung für Spekulanten und das sinkende Vertrauen in Unternehmen. Die Spekulation scheint eine immer stärkere Volatilität von Preisen anzufachen, und die Unternehmen scheinen sich zunehmend nach der Masse zu richten und bei der Qualität Abstriche zu machen. Beides aus den inhärenten Dynamiken einer Marktwirtschaft zu erklären, ist zwar naheliegend, aber völlig falsch.

Beide Phänomene sind Facetten ...

Medieninvestoren

2. Oktober 2015

Ein neuer Typus des Investors scheint aufzukommen, bei dem es nicht mehr bloß um Mittelzufluss, sondern vielmehr um Aufmerksamkeitszufluss geht. Es kristallisieren sich bestimmte Medieninvestoren heraus, deren Investment Medienaufmerksamkeit bedeutet. Die Entwicklung scheint im Silicon Valley begonnen zu haben, wo einige Investoren Medienpersönlichkeiten mit großem Portfolio sind. Diese bekommen Anteile an Start-ups schon allein dafür, sich zu beteiligen und damit Aufmerksamkeit auf das junge ...

Crowdfunding als Markt-Demokratie?

28. September 2015

Crowdfunding, das Sammeln vieler kleiner Beiträge von Privatleuten, ist der letzte Schrei. In Zeiten klammer Kreditvergabe trotz Finanzüberfluss schimmert hier eine Hoffnung für Kleinunternehmer auf. Die Hoffnung ist groß: nämlich unter Umgehung der Banken und dennoch Erlaubnis der Finanzmarktaufsicht neue Wege der Finanzierung zu eröffnen, die das schiefe Spielfeld etwas zurechtrücken könnten. Die künstlichen Skaleneffekte der Kreditaufblähung nähren Großkonzerne, während Kleinunternehmer kaum mehr an ...

Gap years und Freiwilligendienste als Ausdruck der Sinnsuche

24. September 2015

Im Zuge der Bologna-Reform sind die Entscheidungsschwierigkeiten und Lücken in den Bildungslaufbahnen gewachsen: Schulabgänger fühlen sich durch die internationale Auswahl bei wachsenden Zweifeln am Herkömmlichen und dem Druck zu Zusatzqualifikationen bei Bildungs- und Karriereentscheidungen massiv überfordert, nach dem Bachelor-Abschluss nehmen die Wartezeiten und Zweifel vor Anschluss des Master-Programms zu, und nach dem Master sieht sich die „Generation Praktikum" erst recht zweifelnd und verzweifelnd. Daher ...