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Gründe für die Negativauslese in der Politik

Rahim Taghizadegan am 1. Jänner 2026

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Friedrich August von Hayek sah den Aufstieg der Schlechtesten auf dem Weg zur Knechtschaft als Folge totalitärer oder autoritärer Strukturen. Heutige westliche Pseudodemokratien scheinen diese Einschätzung zu widerlegen, weil deren Spitzenpolitiker oft die Spitze an Inkompetenz und Charaktermängeln darstellen. Natürlich könnte man Hayeks Argument als Warnung auslegen, dass politische Zentralisierung zu negativen Selektionsanreizen führt. Doch ein genauer Blick hinter die Kulissen heutiger Polit-Inszenierung weckt Zweifel an einem Zusammenhang zwischen Machtkonzentration und Negativselektion.

Sehen wir uns ein aktuelles Beispiel aus Österreich an, um die Schlechtestenauswahl besser zu verstehen. Eben erschien das zweite Buch von Franz Schabhüttl, dem ehemaligen Leiter des bekanntesten Flüchtlingslagers nahe Wien. Darin gibt dieser nicht nur erneut einen tiefen Einblick in die korrupte und menschenfeindliche Flüchtlingsindustrie, sondern entlarvt zwei österreichische Vertreter des Spitzenpersonals, einer vermeintlich links, der andere vermeintlich rechts.

Vizekanzler Andreas Babler stieg zu dieser Position dank seiner Bekanntheit als Bürgermeister von Traiskirchen auf, wo besagtes Flüchtlingslager liegt. Schabhüttl deckt auf, dass der Sozialist Babler nicht nur stets ahnungslos war, sondern auch am Schicksal konkreter Flüchtlinge völlig desinteressiert. Er nutzte das überfüllte Flüchtlingslager rein als Trittbrett für seine politische Karriere: im Ort als Scharfmacher, der „die Sorgen der Bevölkerung“ ernst nimmt, nach außen als Vorzeigehelfer mit dem Geld anderer Leute.

Jeder, der Babler im Fernsehen seinen ekelhaften Politsprech lallen hört, wird sich fragen, wie der an die Spitze des Landes kommen konnte. Kann man mit Hayek darauf schließen, dass Österreich bereits totalitär ist?

Zweifellos ist das Land auf dem Weg zur Knechtschaft weit fortgeschritten, liegt nur noch knapp hinter Deutschland und Großbritannien. Doch die von Hayek vermutete Kausalität ist nicht klar auszumachen. Babler wurde von Medien und Funktionären ausgewählt, seine Machtfülle hält sich sehr in Grenzen. Oft ist es gerade die Schwäche einer Funktion, zu der die Schwäche eines Kandidaten passt. Die wahren Entscheidungsträger bleiben im Hintergrund.

Heute haben Medien die Vorauswahl übernommen. Der Medienbereich ist zwar staatlich massiv verzerrt, doch auch in der Gegenöffentlichkeit und in den eher konzerndominierten digitalen Medien sind dieselben Mechanismen am Werk. Das Flüchtlingsthema schaffte Aufmerksamkeit, auf dieser lässt sich links wie rechts reiten. Auch Bablers Gegenkandidat, der so knapp unterlag, dass er zunächst als Sieger verkündet wurde, ritt auf demselben Thema. Auch dieser gab sich volksnah, aber da aus dem ländlicheren und wirtschaftlich schwächeren Burgenland stammend, noch mehr Verständnis für die Sorgen über die Massenmigration heuchelnd.

Ein anderes aktuelles Beispiel für die Bedeutung von Medien ist die ehemalige finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin. In ihrer eben erschienenen Autobiographie gefällt sie sich in der Opferrolle, dass die Medien so sexistisch gewesen wären. Natürlich null Selbstkritik, dass sie eben doch nicht mehr als ihre Schönheit für das Amt zu bieten hatte.

Ist das die Auswahl der Schlechtesten? Nein, Schönheit ist kein Makel. Das Überwiegen medialer Netzwerkeffekte viraler Berühmtheit ist aber kein Hinweis auf Auswahl. Es ist ein Hinweis auf mangelnde Auswahl – und allgemeine Verdummung. Diese mangelnde Auswahl liegt nicht an Machtkonzentration, sondern daran, dass kurzfristigen Parasiten das Wirtswohl nicht am Herzen liegt.

Da wir nun an einem Wort angelangt sind, das aktuell als rechtsextrem verdammt wird, will ich auf den zweiten Antagonisten aus der Flüchtlingslagerabrechnung eingehen. Dieser ist Bankier, Spitzenfunktionär, politisch „rechts“, ehemaliger Landesjägermeister, Organisator katholischer Wallfahrten und von „Sauschädelessen“ – das glatte Gegenteil der LGBT-offenen Vegetarierin Marin. Ein Jahr lang heimste er das Amt „Flüchtlingskoordinator“ ein.

Lange hielt er nicht durch. Offensichtlich hätte er gerne noch ein bisschen Status zum Ruhestand hin konsumiert, Geld hat er schon genug. Schabhüttl deckt ihn in seinem Buch als hinreichend inkompetent, aber vor allem autoritär auf. Dieser „rechte“ Spitzenfunktionär zählt zum österreichischen „deep state“, einem unerträglichen Filz kleinbürgerlicher Aufschneider und ämtergeiler „Gschaftlhuber“.

Zuletzt machte ein anderer Vertreter dieser Schicht von sich reden, der paradoxerweise das „wirtschaftsliberale“ Gewissen Österreichs verkörpern wollte – das aber mit Spitzengehalt für die Wirtschaftskammer tat. Wo einst ausgerechnet Ludwig von Mises arbeitete, regiert heute ein milliardenschwerer Sumpf von Funktionären, die durch Zwangsbeträge der ohnehin zu Tode belasteten Unternehmen finanziert werden.

Gewiss finden sich Mediengesichter wie Sanna Marin und Annalena Baerbock auf parasitären Posten versorgt, erstere für das Tony Blair Institute for Global Change, letztere für die Uno. Doch von der Logik ist es nicht viel anders, wenn nun ein viraler Youtube-Star statt wie ehedem Fernsehstar Botschafter für Entwicklungshilfe wird. Die wirklichen Parasiten sind eben die Funktionäre im Hintergrund, die zynisch die mediale Auswahl von Spitzenpolitikern zulassen, solange sie sich ungestört bereichern können. Es war diese gesättigte Oberschicht der Gesellschaft, die ihren zivilisatorischen Niedergang in spätrömischer Dekadenz hingenommen hat.

Ein paar Politschauspieler bekommen dann die Krümel vom Festmahl ab, halten aber auch ihr Gesicht hin, was gewiss nicht immer angenehm ist – denn damit werden sie auch zu Sündenböcken, an denen die ganze Wut abperlen kann. Die Opferrolle steht ihnen natürlich nicht zu, da fürstlich entlohnt und ohne jede Verantwortung. Doch sie sind weder die größten noch die einzigen Parasiten. In der Pseudodemokratie „sind wir alle“ (jedenfalls mehr als 50 Prozent) „Parasiten“, daher wohl auch die Wut gegen dieses Wort.

Zuerst erschienen in eigentümlich frei.

Filed Under: Geopolitik, Scholien

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